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11.12.2017
10.01.10

Die Zukunft wird multireligiös sein

Kategorie:
Nachrichten, Na Kirche im 21. Jahrhundert, Na Ökumene

von eü

Herausforderungen für die Ökumene

"Wenn die Kirchen in Deutschland, denen in der weltweiten Ökumene eine zentrale Bedeutung zukommt, nicht konkret werden, laufen sie Gefahr, von der
Entwicklung überrollt und marginalisiert zu werden. Nicht die Ökumene des eigenen Profils, sondern die Ökumene des gemeinsamen Profils kann dieser Gefahr vorbeugen. Das Christentum wird nur noch dann Relevanz haben, wenn die großen und kleinen christlichen Kirchen mit einer Stimme sprechen.
Und die bisherigen Erfahrungen damit waren auch in Deutschland nicht schlecht. Es gibt viele ökumenische Bewährungsfelder.

Die Zukunft wird multireligiös sein, und als solche ist sie ein ökumenisches Thema. Darin wird dann auch keine Verwässerung der Ökumene liegen,
sondern - in Anlehnung an Papst Johannes den XXIII - ein notwendiges Aggiornamento des 21. Jahrhunderts, wie es in den Vereinigten Staaten zum religiösen Alltag gehört. Die Kirchen sollten gemeinsam überlegen, wie die multireligiöse Gesellschaft in zwanzig Jahren aussehen wird.

Es ist wohlfeil, das Projekt Weltethos von Hans Küng zu kritisieren oder zu belächeln, aber keine eigene Vision vom inländischen und vom weltweiten
Zusammenleben der Religionen zu entwickeln. Wenn die ökumenische Basis, auf der im Moment alle Hoffnungen ruhen, sich vom 12. bis 16. Mai 2010 in
München versammelt, dann muss sie die Kirchen auffordern, sich tiefer und ernsthafter in einen Dialog miteinander und in einen gemeinsamen Dialog mit
den Religionen hineinzuarbeiten. Vielleicht wird dann der Wunsch von Elisabeth Raiser, der evangelischen Präsidentin des 1. Ökumenischen Kirchentages
2003 erfüllt, die in ihm einen »Vorhof zur Einheit« sah."

 

Aus: Ellen Überschär, Viel Zeit bleibt nicht, in: zeitzeichen 1/2010

 

Hier gehts zum gesamten Leitet Herunterladen der Datei einArtikel "Viel Zeit bleibt nicht" der Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages