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11.12.2017

Gemeinde - Ist-Stand und Zukunft

Ekklesiologisch gesehen ist Nachfolge nur in Gemeinschaft möglich. Dem stimme ich zu: Gemeinschaft als der Ort der Bewährung, des Verwirklichens, der Herausforderung.

Persönlich gesehen: Gemeindeanbindung hat sehr familienbezogenen Charakter: je jünger die Kinder, je "Katechese-eingebundener" die Kinder, umso intensiver Anbindung. Wenn Bindung über Kindergarten und Familiengottesdienste wegfällt, bricht wesentliche Brücke ab. Ich fühle mich auch bei den typischen "Frauenangeboten" mit Stille und Wohlfühlen nicht angesprochen. Ab dann: Wo wären "biographische, lebensphasenbezogene" Anknüpfungspunkte für Erwachsene in Lebensmitte, die sich auch sonst sehr engagieren?

Wichtig sind uns inzwischen die privaten Kontakte/Freundschaften mit all den Leuten (Gemeindemitgliedern), die wir über Gemeinde kennengelernt haben, nun aber privat treffen und nicht mehr über die "Familienwochenend-Schiene". Bin dankbar über die vergangenen Jahre, aber sie tragen im Moment nicht mehr über Pfarrei.

Hauskreis mit Bibellese und Gebet und Austausch (aber auf private Eigeninitiative gegründet) ist nun zur spirituellen Heimat geworden.

Zukunft

Gemeinde mehr als Netzwerk am Ort: Nicht "Gemeinde lädt zu sich ein", sondern Gemeinde vernetzt Leute am Ort, im Lebensraum. Nicht mehr "Pfarrversammlung", wo die Internen den Internen erzählen, was sie intern gemacht haben, sondern als Podium, wo gute Ideen von Privatleuten am Ort (Selbsthilfegruppen, Interessante Arbeitsgebiete, Hilfsangebote, politische Initiativen) vernetzt werden, Wissen anderen zur Verfügung gestellt wird, lose Begegnung (aber inhaltlich auf hohem Niveau - nicht nur "Federweißerabend") ermöglicht wird.

Es gibt viele engagierte, hochmotivierte, kluge und selbstlose Leute in unserem Ort/Lebensraum, die außerkirchlich tolle Sachen machen, von denen man kaum etwas weiß. Hier träume ich von Netzwerkarbeit.