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27.05.2020
07.02.05

Gegen Bespitzelungen im Gottesdienst

Kategorie:
Na Restauration in der kath. Kirche, Na Würzburger Synode und Restauration

von mk

Zeit-Zeichen oder: Was die Kirche braucht

Wir beobachten - auch auf Grund der jüngsten römischen Instruktion - ein zunehmend rauher werdendes innerkirchliches Klima, sowie verstärkte Aktivitäten restaurativer Kreise. Wir wissen auch in unserer Diözese um Bespitzelung von Priestern und Hauptamtlichen in Gottesdiensten und bei öffentlichen Veranstaltungen. Daneben sorgen die Zurückdrängung synodaler Elemente und der Mitbestimmung von Laien im Zusammenspiel mit z.T. radikalen Kurswechseln nach Bischofsernennungen für Verunsicherung und Enttäuschung. Die kirchenrechtliche Ebene dominiert das kirchliche Geschehen.

Verbote statt Ermunterungen, weithin fehlende überzeugende pastorale Ideen und Programme, Großgemeinden statt überschaubarer und verlässlicher Beziehungsräume - welche Perspektive wird da eröffnet? Mündige, mit einer offenen, modernen Kirche aufgewachsene Christen ebenso wie Andersdenkende melden sich oft schon gar nicht mehr zu Wort, sondern kehren schweigend der Kirche den Rücken und suchen ihre Heimat im breiten Angebot anderer Anbieter von Lebenssinn und Spiritualität.

Wir brauchen Denunziation genauso wenig wie ein ängstliches Klammern an längst Überkommenes. Wir brauchen ein offenes Klima und einen ehrlichen Umgang miteinander. Menschen suchen eine zeitgemäße und menschenfreundliche Verkündigung der frohen Botschaft. Sie wollen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen ernst genommen werden und mit ihrem Glauben eine Heimat finden.


Kirche entwickelt sich immer weiter. Als stets zu erneuernde Kirche (ecclesia semper reformanda) sollte sie so leben, dass sich durch die Glaubwürdigkeit des Miteinanders, die Art und Weise der Verkündigung und den Schatz der Tradition auch in der Moderne lebende Menschen angesprochen fühlen. Kirche hat Zukunft, wenn sie den im Zweiten Vatikanischen Konzil begonnenen offenen Dialog fortsetzt.

Deshalb ist unser Wunsch und unsere Erwartung an die Kirchenleitung, dass sie mit hoher Priorität der Menschenfreundlichkeit, der Vielfalt und der zeitgemäßen Entfaltung kirchlichen Lebens breiten Raum gewährt und dem Geist Gottes - nicht den ewig Gestrigen - neue Spielräume gestattet.