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16.04.2021
12.07.11

»Masterplan für eine umfassende Erneuerung der Erzdiözese Wien«

Kategorie:
Nachrichten, Na Pfarrgemeinde - Gemeindezusammenlegungen, Na Röm.-kath. Kirche

 

Hirtenbrief von Kardinal Christoph Schönborn

Einen »Masterplan für eine umfassende Erneuerung der Erzdiözese Wien« legt Kardinal Christoph Schönborn in einem Hirtenbrief vor. Der "Masterplan" frage danach, was Jesus, der "Meister", von uns will.
Eine tiefgreifende Änderung der Gemeindestruktur in den 660 Wiener Pfarren wird in der Langfassung des Hirtenbriefes angekündigt: »Das Ziel ist eine wachsende Anzahl von kleinen lebendigen Gemeinden/Gemeinschaften, die wie »Sauerteig« in die Gesellschaft hinein wirken. Hier gilt es, bestehende weiter aufzubauen und neue zu gründen. Ihre Leitung wird getauften Frauen und Männern übertragen werden.
Mehrere kleine christliche Gemeinden oder Gemeinschaften werden unter der Leitung eines Pfarrers zusammengefasst werden. Zur Leitung und Begleitung dieser größeren Einheiten werden Laien, haupt- und ehrenamtlich, im pastoralen Dienst mit Priestern in Teams zusammenarbeiten. Es bedeutet, dass alle derzeit bestehenden Pfarreien in Vorgänge der Neuordnung einbezogen werden. Solange diese kommenden Strukturen noch in Entwicklung sind, möchte der Kardinal keine neuen Pfarrer ernennen, sondern Moderatoren, damit so die Möglichkeiten für Veränderungen offener bleiben.«
Mit dem Vorgang »Apostelgeschichte 2010« (in dessen Verlauf es drei große Diözesanversammlungen im Oktober 2009 sowie im März und im Oktober 2010 gab) sei ein »Weg der Erneuerung« im Sinn des Zweiten Vatikanischen Konzils begonnen worden. Die Diözesanversammlungen seien für viele, auch für ihn selbst, »starke, bewegende, hoffnungsreiche Erfahrungen« gewesen, betont der Wiener Erzbischof. Der Vorgang »Apostelgeschichte 2010« habe ihn verändert, so der Kardinal: »Ich habe viel gelernt. Mein Eindruck ist, dass es vielen so ergangen ist: Wir erlebten gemeinsam die Freude des Christseins«.
Die nächsten nun folgenden Schritte hätten einen »tief greifenden Entwicklungsprozess« zum Ziel. »Gehen wir auf diesem Weg beherzt weiter«, betont der Wiener Erzbischof. In der Kurzfassung des Hirtenbriefs beschreibt Kardinal Schönborn die gegenwärtige Situation der Kirche so: »Als Kirche sind wir eine bunte und vielfältige Gemeinschaft, mit viel bewundernswertem Einsatz für das Reich Gottes. Auch wenn wir für manche Fragen unterschiedliche Lösungsvorschläge haben, verbindet uns das Bemühen um die Nachfolge Jesu und die Liebe zur Kirche. Die gesellschaftlichen Herausforderungen sind groß: Die demographische Entwicklung, das Thema Migration, Energie- und Umweltfragen bereiten zunehmend Sorgen. Die Schere zwischen den Armen und den Reichen klafft immer weiter auseinander und bedroht den sozialen Zusammenhalt.
Die religiöse Praxis hat sich tiefgreifend verändert. Traditionelle Bindungen halten nicht mehr. Es gibt weniger Kirchenmitglieder und auch die Zahl derer, die das Leben in den Pfarren tragen, wird geringer. In den meisten Pfarren fehlen Kinder und junge Menschen. Unsere finanziellen und personellen Ressourcen werden knapp«.
Auf dem Hintergrund dieser schwierigen Situation müsse den Christen der Auftrag Jesu zur Mission neu bewusst werden. Der Wiener Erzbischof fasst diesen Auftrag in dem Wort »Mission zuerst« zusammen und betont: »Welche konkreten Schritte folgen daraus? Ich sehe zwei miteinander verwobene Fragenkreise: Wie können wir unsere Jüngerschaft in der Nachfolge Jesu vertiefen, beleben oder neu lernen? Und: Welche Entwicklung unserer Organisationsformen braucht es, damit wir uns auf unsere Mission neu ausrichten können? Welche Strukturen müssen wir dazu eventuell aufgeben, welche ändern, welche neu schaffen?«
In der Langfassung des Hirtenbriefs benennt Kardinal Schönborn sieben Themenfelder: »Neu in die Lebensschule Jesu gehen - Jüngerschaftsschulen einrichten«, »Neues Miteinander von gemeinsamem Priestertum der Gläubigen und Weihepriesteramt«, »Christliche Gemeinschaften und Gemeinden am Ort - aufbauen, stärken und gründen«, »Neue Gemeinden jenseits der territorialen Ordnungen entwickeln und unterstützen«, »Eine neue Pastoral des Rufens - für Dienste in Hingabe und Professionalität«, »Loslassen für Neues - Wagemut ist gefragt«, »Aufbau der Allianzen im Tun der Gerechten stärken«.

Den Hirtenbrief können Sie Leitet Herunterladen der Datei einhier herunterladen.