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20.08.2019
29.12.08

20 Jahre Münnerstädter Kreis

Kategorie:
Nachrichten, Na Der Münnerstädter Kreis, Na Nachrichten

von reinhold nöth

Festabend im Windrad, Würzburg-Heuchelhof

Festabend

Festabend des Münnerstädter Kreises

Zu einem kleinen Festabend versammelten sich die Mitglieder des Münnerstädter Kreises im Windrad auf dem Heuchelhof, um ihr 20jähriges Jubiläum zu feiern. Claus Schreiner aus dem Leitungsteam begrüßte die Festgäste und erinnerte an ein paar Highlights aus der 20jährigen Geschichte des Kreises. Ziel des Treffens sei es nicht, in Erinnerungen zu schwelgen, sondern einmal innezuhalten, über Ziele und Erreichtes nachzudenken und den Blick nach vorne  zu richten. Dazu sei es wichtig, die Zeichen der Zeit zu erkennen und neue Visionen zu wagen.

Als Impulsgeber war Dr. Bernhard Spielberg vom Lehrstuhl für Pastoraltheologie eingeladen, der mit einem kurzen Film und einem provokanten Referat zum Nachdenken motivierte. Er verglich den Weg des Münnerstädter Kreises mit dem 40jährigen Auszug aus Ägypten, wo man jetzt zur Halbzeit mitten in der Wüste angekommen sei. Wie kann es weitergehen - mit der Kirche, mit der Seelsorge in den Gemeinden? Die Veränderungen in der Gesellschaft gehen rasant weiter, in der Kirche gehen viele wieder zurück. Wir dürfen den Blick nicht nur nach innen richten, sondern müssen den »Schulterschluss nach außen« wagen. Wer die Menschen noch erreichen will, muss den kirchlichen Innenraum verlassen und zu den Menschen hinaus gehen. Wir dürfen ihnen nicht Vorbedingungen auferlegen, die sie zu erfüllen nicht bereit oder in der Lage sind.

In einer lebendigen Diskussion versuchten die Mitglieder, zu denen viele Priester und pastorale Mitarbeiter gehören, diese Gedanken und Anregungen auf die konkrete Seelsorge in den Gemeinden und auf unsere zukünftige Arbeit im Münnerstädter Kreis zu übertragen. Mit einem gemeinsamen Essen ging der Abend in freundschaftlicher Verbundenheit zu Ende.

 

Der Münnerstädter Kreis ist eine Dialog- und Aktionsgemeinschaft engagierter Christen, darunter viele aktive Seelsorger, die sich für eine Erneuerung der Kirche auf allen Ebenen gemäß den Beschlüssen des II. Vatikanischen Konzils und der Würzburger Synode einsetzen. Die Gründungsversammlung fand am 31. 1. 1988 in Münnerstadt statt, daher der Name. Die Initialzündung, die vor 20 Jahren zur Gründung des Kreises motivierte, ging vom Verbot der Laienpredigt aus, das in der ganzen Diözese auf heftigen Widerspruch stieß. Viele schlossen sich damals dem Kreis an, trafen sich regelmäßig ortsnah in Regionalgruppen und diskutierten kritisch die Problemfragen der innerkirchlichen Entwicklung. Dabei wurden immer wieder die großen Ziele thematisiert, die sich der Kreis zum Anliegen gemacht hat, wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau und die Mündigkeit des Christen in der Kirche, die Ökumene, Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, die Entwicklung der Gemeinden angesichts des Priestermangels, das Verhältnis von Charisma und Macht in einer geschwisterlichen Kirche u.ä. Mehrere dieser Themen wurden auch bei öffentlichen Projektabenden vor einem großen Publikum in geistreicher und provokanter Inszenierung vorgestellt. Daneben hat der Kreis immer wieder besonders lobenswerte Aktionen von Gemeinden oder einzelnen Gruppen mit dem »Goldenen Löwenzahn« ausgezeichnet, zuletzt das Nagelkreuzzentrum in Würzburg.

Heute gehören dem Kreis etwa 80 Mitglieder an, die bei ihrer 20-Jahre-Feier neuen Mut geschöpft und erkannt haben, wie wichtig auch heute ihr Einsatz für eine lebendige Kirche in unserer modernen Gesellschaft ist.