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18.07.2019
09.02.13

Goldener Löwenzahn 2012 für die Pfarrerinitiativen aus Österreich und dem Bistum Würzburg

Kategorie:
Nachrichten, Na Kirche im 21. Jahrhundert, Na Der Münnerstädter Kreis, Na Priesterbild

von reinhold nöth

Herbstversammlung des Münnerstädter Kreises

Bei der Übergabe des»Goldenen Löwenzahn«: Prof. Peter Paul Kaspar, Mitglied des Vorstands der Pfarrerinitiative Österreichische Pfarrerinitiative und Claus Schreiner (Foto oben, v.r.) und

(Foto unten, v.l.) Karl Feser und Matthias Karwath von der Pfarrerinitiative mit Claus Schreiner und Matthias Lotz, Sprechern des Münnerstädter Kreises.

Der Münnerstädter Kreis, eine Reformgruppe der katholischen Kirche in der Diözese Würzburg, hat sich zu seiner Herbstversammlung Vertreter aus verschiedenen kirchlichen Gruppen eingeladen. Besonders gespannt war man auf die Vertreter der »Pfarrer-Initiative« aus Österreich, die mit ihrem »Aufruf zum Ungehorsam« internationale Aufmerksamkeit erfahren hat. Prof. Peter Kasper aus Linz stellte die Anliegen der Initiative mit über 500 Mitgliedern für eine Kirche der Zukunft vor und erntete von allen Teilnehmern große Zustimmung.
Auch die Pfarrer-Initiative der Diözese Würzburg und ein Vertreter von »Wir sind Kirche« brachten ihre Vorstellungen und Ziele für eine Reform der Kirche ein. Dabei war man sich im gemeinsamen Gespräch über die Zielsetzung einig: Die Kirche muss die Seelsorge auf Gemeindebasis stärker in den Blick nehmen. Priester sind heute mit ihren großen Pfarreiengemeinschaften, die sich über mehrere Gemeinden erstrecken, immer stärker überfordert. Hier sind neue Verantwortungsstrukturen dringend notwendig.
Die Kirche muss bereit sein, die Dienste von sog. Laien und die Charismen der Gläubigen aufzuwerten und zu fördern, z.B. bei der Gestaltung von Gottesdiensten, in der Predigt oder auch als Gemeindeleiter vor Ort. Die Gemeindeseelsorge hat sich an den Bedingungen vor Ort auszurichten und darf nicht länger von Verboten der Amtskirche behindert werden, wie es auch in den Leitlinien für die Seelsorge zum Ausdruck gebracht ist: »Gemeinde ist nicht Objekt, sondern Subjekt der Seelsorge«. Gerade diese Grundregel, die die Würzburger Synode formuliert hat, hat sich der Münnerstädter Kreis als Ziel für seine weitere Arbeit gesetzt.
Als besondere Auszeichnung und Anerkennung ihres mutigen Eintretens für eine moderne und reformierte Kirche erhielten die Pfarrerinitiative Österreich und die Pfarrerinitiative der Diözese Würzburg den »Goldenen Löwenzahn«. »Man muss für die eigene Überzeugung einstehen, auch gegen Widerstände«, betonte Prof. Kaspar. »Der Gehorsam gegenüber Gott und dem eigenen Gewissen ist wichtiger als der gegenüber einer kirchlichen Ordnung.« Die Pfarrerinitiativen setzen sich für ein neues Priesterbild und die gemeinsame Verantwortung des Gottesvolkes für eine lebensnahe Kirche ein. Hierfür treten sie solidarisch in der Öffentlichkeit ein. Der Goldene Löwenzahn ist mit 1000, - Euro dotiert.
Mit den Pfarrerinitiativen zeichnet der Münnerstädter Kreis zum siebten Mal Initiativen und Organisationen mit dem Goldenen Löwenzahn aus und würdigt damit deren Arbeit. Der Münnerstädter Kreis ist eine 1988 in Münnerstadt gegründete Gruppe von Christinnen und Christen. Der Kreis setzt sich ein für Dialog, Gleichberechtigung, Demokratisierung der Kirche, für eine klare Option für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, Ökumene und ein deutliches diakonisches Engagement.