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18.07.2019
27.01.06

Kardinal Lehmann: »Differenziertes Ja!« zu einer neuen Synode

Kategorie:
Na Würzburger Synode und Restauration

von michael hanft

Beim Festakt zum 30.Jahrestag des Abschlusses der Würzburger Synode in der Würzburger Neubaukirche am 21.11.2005 würdigte Karl Kardinal Lehmann in seiner Festrede die bleibenden Verdienste der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland (Würzburger Synode). Einige Arbeitspapiere wie das "Katechetische Wirken der Kirche", "Sinn und Gestaltung menschlicher Sexualität" oder "Aufgaben der Kirche in Staat und Gesellschaft" seien heute noch richtungweisend und impulsgebend. Andere Papiere, wie etwa Aussagen zur Integration ausländischer Arbeitnehmer, lassen mit 30 Jahren Abstand bereits einen geschichtlichen Hintergrund erkennen.

Überraschend sprach Kardinal Lehmann ein "differenziertes Ja!" zu einer möglichen neuen Synode. Sie könnte in ähnlicher Form stattfinden wie die Würzburger Synode vor 30 Jahren, sollte aber weniger Mitglieder haben und weniger Themen aufgreifen. "Wir haben Grund, in der Sache offen zu bleiben. Überlassen wir dies dem Wehen des Geistes in der Zukunft," so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

Angesichts der Abschaffung des Diözesanrats in seiner bisherigen, aus dem Geist der Synode heraus entwickelten, Form im Bistum Regensburg gewinnen die Worte Kardinal Lehmanns zusätzliches Gewicht. Er würde in seinem Bistum weiterhin lieber einen von unten gewählten Diözesanrat haben wollen, äußerte sich Karl Kardinal Lehmann in der anschließenden Pressekonferenz besorgt mit Blick auf die Vorgänge in Regensburg.

Die heftige Kritik an der Rätereform "von oben" im Bistum Regensburg von vielen Seiten lässt die Frage brisant werden: Wird es in Deutschland eine "Kleinstaaterei" mit vielen einzelnen kirchenrechtlichen Regelungen in den katholischen Bistümern geben oder tut wirklich eine neue Synode not, die die gesellschaftlichen und pastoralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts aufgreift?